Mittwoch, 24. Oktober 2018

Klaffen die Verdienste der Arbeitnehmer in West- und Ostdeutschland immer noch so weit auseinander? Und wie schneiden die Gehälter in Nordrhein-Westfalen beim Ländervergleich ab? Eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit liefert jetzt Antworten, auch darauf, wie die Lage im Kreis Borken ist.

Im Bundesdurchschnitt liegt das mittlere Arbeitnehmer-Einkommen bei 3.209 Euro brutto (Stichtag 31. Dezember 2017). Vergleicht man diesen Wert mit dem Durchschnittsverdienst in NRW, schneidet das Bundesland gut ab. Hier liegt der mittlere Verdienst bei 3.306 Euro im Monat. Im Deutschlandvergleich liegen die Verdienste der Beschäftigten in NRW damit im oberen Mittelfeld. Beim Blick ins Portemonnaie können sie durchaus zufrieden sein.

Verdienst in NRW liegt über Bundesdurchschnitt


Allerdings kommt es bei der Bewertung auch auf den Vergleichsmaßstab an. Denn auch wenn das Einkommen in NRW deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt, so bleibt es doch unter dem Vergleichswert der westdeutschen Länder. Denn im Durchschnitt verdienen Arbeitnehmer in den alten Bundesländern laut der Statistik der Bundesagentur für Arbeit 3.339 Euro im Monat und damit 33 Euro mehr als die Arbeitnehmer in NRW.

Auch innerhalb von NRW gibt es große regionale Unterschiede in der Verdienstverteilung. Überdurchschnittlich war nach den Zahlen der Bundesagentur unter anderem das Verdienstniveau in Städten wie Düsseldorf (3.882 Euro), Bonn (3.857 Euro) oder Köln (3.696 Euro). Und auch die Uni-Städte Münster (3.432 Euro) und Aachen (3.365 Euro) lagen über dem NRW-Durchschnittsniveau.

Und wie steht es um den Kreis Borken?

Während die Arbeitnehmer in Münster mit ihren Gehältern sehr gut dastehen, sieht die Situation in Ahaus und dem Kreis Borken deutlich schlechter aus. Hier liegt der Durchschnittsverdienst bei 3.091 Euro im Monat. Damit verdienen die Menschen in Borken nur knapp mehr, als beispielsweise die Beschäftigten im Kreis Unna. Der mittlere Wert liegt hier bei 2.948 Euro und das ist schon sehr niedrig. Darunter liegen nur Städte wie Kleve (2.882 Euro), Höxter (2.901 Euro) oder Heinsberg (2.926 Euro).

Im Ruhrgebiet sind die Verdienste laut der Statistik relativ uneinheitlich. Während der mittlere Arbeitnehmer-Verdienst in Essen (3.451 Euro) oder Mülheim an der Ruhr (3.523 Euro) deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt, liegt er in Bochum (3.273), Oberhausen (3.272 Euro) oder Gelsenkirchen (3.242) deutlich darunter. Für Dortmund wurde ein durchschnittliches Einkommen von 3.315 Euro festgestellt und gesellt sich damit ins Mittelfeld.

Spitzenreiter im deutschlandweiten Verdienstvergleich war übrigens Hamburg, wo die Beschäftigten im Durchschnitt 3.619 Euro verdienen. Auf Platz zwei und drei folgen Baden-Württemberg mit 3.546 Euro und Hessen mit 3.494 Euro monatlich.

Weiterhin große Kluft zwischen Ost und West

Nach wie vor klafft den Zahlen der Arbeitsagentur zufolge eine große Kluft zwischen Ost und West. Das mittlere Einkommen in Ostdeutschland liegt mit 2.600 Euro um mehr als 700 Euro unter dem Vergleichswert im Westen. Schlusslicht im Verdienstranking war Mecklenburg-Vorpommern, wo der mittlere Monatsverdienst lediglich 2.391 Euro beträgt.

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