Dienstag, 23. Oktober 2018

Ein 47-jähriger Ahauser ist im April 2017 seiner Tochter zur Hilfe geeilt. Sie war beim Ausreiten vom Pferd gefallen und hatte sich dabei das Handgelenk gebrochen sowie die Schulter ausgekugelt. Das Problem: Der Vater raste mit dem Auto zum Unfallort – obwohl er keinen Führerschein besaß.

„Ich war in einer Notsituation, ich sah keinen anderen Ausweg“, erklärte der Ahauser vor dem Ahauser Amtsgericht am heutigen Montag. Er habe den Anruf von seiner Tochter erhalten und seine Frau sei joggen gewesen. Deshalb habe er sich in das Auto gesetzt, um zur Hilfe zu eilen. „Nachdem ich gehört hatte, wie meine Tochter geschrien hat, habe ich nicht mehr drüber nachgedacht.“ Auf dem Weg zum Unfallort wurde er auf dem Düwing Dyk in Richtung Stadtlohn geblitzt.


Die Vorsitzende Richterin zeigte zwar Verständnis für die emotionale Situation des Vaters, aber ließ sie nicht als Rechtfertigung durchgehen. „Sie hätten einen Rettungswagen rufen können, der ihrer Tochter auch sofort hätte helfen können“, erläuterte sie dem Ahauser. Ihre auf den ersten Blick gefühlskalte Reaktion hatte einen Grund – oder besser gesagt drei. Denn das Vorstrafenregister zeigte, dass der 47-Jährige bereits mehrfach wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt wurde.

Staatsanwaltschaft zeigt keine Gnade

Aus diesem Grund zeigte auch die Staatsanwaltschaft keine Gnade und forderte die Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von insgesamt 4200 Euro. Die Richterin entschied letztlich, sogar eine zweimonatige Freiheitsstrafe auszusprechen. Allerdings zur Bewährung. „Diese Strafe klingt zunächst einmal härter, aber sie müssen nur noch 1800 Euro als Teil der Bewährungsauflage zahlen. Aber lassen Sie die Finger von den Autoschlüsseln, sie stehen schon mit einem Bein im Knast“, so die Vorsitzende.

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