Donnerstag, 13. Dezember 2018

Ihr findet ein Schnäppchen, bezahlt per Vorkasse – doch die Ware kommt nie an. So läuft es bei vielen Fake-Shops im Internet. Wir geben Tipps, wie ihr Online-Betrüger leichter erkennen könnt.

Viele Fake-Shops sind Kopien bekannter Seiten. Andere wirken mit tollen Produktbildern auf den ersten Blick seriös. Wieder andere bieten besonders günstige Preise, um Kunden zu locken. Doch die Verbraucherzentrale NRW (VZ) warnt vor Betrügern, die genau mit diesen Tricks Kasse machen wollen.


Es gebe Fälle, in denen minderwertige Ware verschickt wurde. Mitunter kommt das bestellte Kleid oder der bezahlte Laptop auch gar nicht an. Damit euch das nicht passiert, solltet ihr folgende Hinweise beachten:

Stimmt die Adresse?

Der erste Blick sollte auf die URL der Seite fallen. Kommt euch bei eurem Lieblingsshop etwas komisch vor? Endet die Adresse mit „.de.com“ statt nur mit „.de“? Dann kann das ein Warnzeichen sein. Und: Nur weil dort „.de“ steht, muss der Shop nicht auch aus Deutschland kommen.

Auch wenn die Adresse auf andere Waren hinweist, als im Shop angeboten werden, solltet ihr stutzig werden.

Preise zu günstig

Viele Fake-Shops locken mit niedrigen Preisen. Nicht jeder Online-Händler mit guten Angeboten muss aber auch ein Fake-Shop sein. Häufen sich aber Billig-Angebote, solltet ihr noch genauer hinschauen, empfiehlt die VZ.

Falsche Gütesiegel

„Trusted Shop“ ist eines der häufigsten Gütesiegel für Online-Shops. Doch auch dieses Siegel wird missbraucht. Fake-Shops tragen mitunter auch erfundene Siegel auf ihrer Seite, um seriöser zu wirken. Tipp der VZ: Einfach auf das Siegel klicken. Ohne passenden Link zum Betreiber, ist es meist eine Fälschung.

Fake-Shops Dortmund Gütesiegel
Fake-Shops missbrauchen bekannte Gütesiegel. Foto: Florian Forth/Dortmund24

Vorkasse als einzige Bezahloption

Alles im Warenkorb? Dann ab zur Kasse! Doch Vorsicht: Wenn dort anders als zuvor angekündigt nur noch „Vorkasse“ steht, solltet ihr aufpassen. Denn laut VZ sollte es andersherum sein: Erst die Ware, dann das Geld. „Ohne kundenfreundliche Zahlungsweise sollten Sie besser nichts bestellen“, warnt der Verein. Sprich: Lastschrift oder Rechnung.

Was steht im Impressum?

„Ein nicht vorhandenes Impressum ist immer ein No-Go!“, warnt die VZ. Viele Fake-Shops legen dennoch eines an. Ein korrektes Impressum muss jedoch eine korrekte Adresse und einen Ansprechpartner mit E-Mail-Adresse nennen. Auch ein Verweis auf das Handelsregister mit entsprechender Nummer sollte dort zu finden sein.

AGBs checken

Wenn ihr bereits stutzig geworden seid, kann ein Blick in die AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen) des Betreibers lohnen. Ist der Text dort schlecht übersetzt, offensichtlich von anderen Seiten kopiert oder fehlt komplett: Finger weg!

Ihr habt schon bezahlt?

Selbst wenn ihr bereits auf einen Fake-Shop reingefallen seid und bezahlt habt, ist nicht alles verloren. Diese Punkte können euch dann helfen:

  • Fordert eure Bank auf, die Zahlung rückgängig zu machen. Laut VZ geht das wenige Stunden nach Bezahlung meist noch. Eine Lastschrift könnt ihr dort bis zu acht Wochen lang zurückgefordern.
  • Sammelt Belege der Bestellung (Kaufvertrag, Bestellbestätigung) und macht Screenshots des Angebots im Fake-Shop.

Denn: „Rechtlich handelt es sich bei einer solchen Vorgehensweise um Betrug“, sagt die VZ. Bei Beratungsstellen der VZ in der Nähe könnt ihr euren Verdacht prüfen lassen oder Strafanzeige bei der Polizei stellen – auch online.

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