Sonntag, 18. November 2018

Veganes Hundefutter sorgte in der neusten Folge von „Die Höhle der Löwen“ am Dienstag (6. November) für das Interesse von Carsten Maschmeyer und Co. Aber was sagen Experten zur fleischlosen Ernährung für Hunde?

Tessa Zaune-Figlar (34), Valerie Hansen (28) und Lisa Walther (29) betraten die „Höhle der Löwen“ mit tierischer Begleitung. Der Rüde Nelson litt jahrelang unter einer Futtermittelunverträglichkeit. Sie äußerte sich vor allem durch Magen-Darm-Probleme und Hautjucken. Zahlreiche hypoallergene Futtersorten wurden probiert, doch nichts half  – außer ein selbst entwickeltes veganes Hundefutter. Inzwischen wird es unter dem Namen „VEGDOG“ vertrieben.


Am Ende springt Investorin und Tierliebhaberin Dagmar Wöhrl auf das Angebot der Tierfreundinnen an. Sie bekommt für 150.000 Euro 20 Prozent der Unternehmensanteile  -zunächst standen nur 10 Prozent im Raum. Nach Verhandlungen dann der Deal. „Das ist eine Herzensgeschichte, das mache ich, weil die Drei so toll sind“, meint Wöhrl über ihr Engagement bei „VEGDOG“.

V.l.: Lisa Walther, Tessa Zaune-Figlar und Valerie Henssen aus München präsentieren mit "Vegdog" veganes Hundefutter. Sie erhoffen sich ein Investment von 150.000 Euro für 10 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen. Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer
Lisa Walther, Tessa Zaune-Figlar und Valerie Henssen (v.l.) aus München präsentieren mit „Vegdog“ veganes Hundefutter in „Die Höhle der  Löwen“. Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Zur Vorgeschichte: Auf Rat der Tierärztin Lisa Walther verzichtete die Hundehalterin Tessa auf tierisches Eiweiß bei der Fütterung von Nelson. „Am Anfang hielt ich das für einen Scherz. Einen Hund vegan zu ernähren – wie sollte das denn funktionieren?”, so Tessa. „Aber die Verzweifelung war groß und so gab ich dem Ganzen eine Chance.”

Veganes Hundefutter nach eigener Rezeptur

Nach speziellen Rezepturen wurde das Futter zubereitet und nach vier Wochen war der Hund beschwerdefrei und wird nun seit sieben Jahren vegan ernährt. Das Kochen war aber sehr zeitaufwendig und so entstand die Idee zu „VEGDOG”.

V.l.: Lisa Walther, Tessa Zaune-Figlar und Valerie Henssen aus München präsentieren mit "Vegdog" veganes Hundefutter. Sie erhoffen sich ein Investment von 150.000 Euro für 10 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen. Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer
Dagmar Wöhrl macht den Test (im blauen Oberteil): Hund Nelson verputzt das vegane Hundefutter in wenigen Sekunden. Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Es ist das erste vegane und getreidefreie Alleinfuttermittel für Hunde, das in einer einjährigen Entwicklungsphase in Zusammenarbeit mit Fachtierärzten und Fachlaboren entwickelt wurde. Die unterschiedlichen Futtersorten versorgen den Hund laut Unternehmen mit allen essentiellen Nährstoffen und sind bedarfsdeckend.

Das sagen Experten

Aber was sagen Experten über die vegane Ernährung von Hunden? Ob eine vegetarische oder vegane Ernährung für den Hund artgerecht ist und eine alternative Ernährungsmethode darstellt, ist nämlich umstritten.

Veganer und Vegetarier meinen: Hunde sind keine reinen Fleischfresser und somit wie der Mensch auf Fleisch in der Ernährung nicht angewiesen. Der Meinung sind auch Experten. Doch der Verdauungstrakt, so Tiermediziner, sei eher auf fleischliche Nahrung ausgelegt. Der Deutsche Tierschutzbund e.V. etwa empfiehlt deshalb eine ausgewogene Ernährung der Hunde mit Fleisch und Gemüse, um alle essenziellen Aminosäuren und Mikronährstoffe abzudecken.

Hund ist kein Wolf mehr

Die Gründerinnen von „VEGDOG“ meinen dagegen: Der Hund ist schon lange kein Wolf mehr. Er hat sich längst an das Leben mit dem Menschen gewöhnt – und sich im Laufe der Domestikation an die Nahrung des Menschen angepasst. Damit einher, so die Gründerinnen, gehe eine genetische Veränderungen der Hunde und damit die Fähigkeit, die im Fleisch enthaltenen Nährstoffe auch aus anderen entsprechenden Rohstoffen zu gewinnen – etwa Lupine, Linsen, Erbsen und Soja. Sie würden bei veganem Hundefutter die grundlegende Versorgung mit essentiellen Aminosäuren gewährleisten.

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Essentielle Fettsäuren, wie Omega-3- und -6-Fettsäuren könnten u.a. durch verschiedene Öle bereitgestellt werden. Und dann meinen die Grünerinnen: „Ein veganes Alleinfutter, d.h. ein Futter welches komplett bedarfsdeckend ist, sollte den Zusatz von Carnithin, Taurin, Vitamin B12, Kupfer, Zink sowie Rohstoffen beinhalten, die EPA und DHA (weitere Omega-3-Fettsäuren) enthalten.“

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