Sonntag, 18. November 2018

Das Auto einfach abgeben? Im ländlichen Raum eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, oder? In Ahaus bald vielleicht nicht mehr. Denn der Rat der Stadt hat einem E-Carsharing-Projekt zugestimmt. 

Die Bewohner von Ahaus, Legden und Heek können sich auf ein Car-Sharing-Projekt freuen. Am 11. September tagte der Rat der Stadt Ahaus und entschied sich einstimmig zum Start des sogenannten „Leader Projektes zum E-Carsharing“.

Was ist das „Leader Projekt zum E-Carsharing“?


Ein Carsharing-Projekt soll vor allen Dingen ein Ziel haben: Menschen sollen auf ihr eigenes Auto verzichten, um sich mit anderen ein Auto zu teilen. So kommen weniger Schadstoffe in die Umwelt und weniger Autos sind auf den Straßen. Zudem soll der Fuhrpark des Projektes aus E-Autos bestehen. Das ist jedenfalls der Plan.
LEADER steht dabei für „Liaison Entre Actions de Developpement de l’Economie Rurale“ und ist das „Netzwerk Ländlicher Räume“.

Warum sind ländliche Räume benachteiligt

Johann Englmüller arbeitete zehn Jahre lang als ehrenamtlicher Vorsitzender des CarSharingvereins „StadtTeilAuto“ in Freising. Gegenüber der Internetseite „Zukunft Mobilität“ äußerte er sich, dass kleine und mittlere Kommunen gegenüber Großstädten in Sachen Carsharing klar im Nachteil wären. Die größten Autokonzerne würden sich zahlreich in Großstädten niederlassen. Nicht aber in kleinen Kommunen.

Doch das sei kein Grund, dass eine kleine Kommune auf Carsharing verzichten müsste. Hier kommen nämlich Kommunen, Stadtwerke und andere Sponsoren ins Spiel. Die sollen nämlich die Autos zur Verfügung stellen.

Die Vorteile des Carsharings zählt Englmüller auf: Ein Carsharing-Auto soll nach seiner Rechnung sechs bis zehn Privatautos ersetzen. Eine Person, die Carsharing betreibt, müsste dafür vor allem auf Kurzstrecken häufiger das Rad nutzen. Zudem sollten die Beteiligten viel häufiger ganz auf das Auto verzichten. Vorteile wie Nachhaltigkeit, bessere Luft, Steigerung der Kaufkraft vor Ort und eine erhöhte Lebensqualität der Bürger kommen hinzu.

Start des Projektes ist noch nicht bekannt

In Zukunft sollen Bürger auf Fahrzeuge der Kommune, der Stadtwerke oder anderer Sponsoren zugreifen. Nach Informationen der Stadt Ahaus sollen weitere Details im Verkehrsausschuss geklärt werden.

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