Dienstag, 25. September 2018

Eine 30-jährige Ahauserin wurde im Januar wegen Betruges zu neun Monaten Haft verurteilt. Die alleinerziehende Mutter hatte über die Plattform Ebay Geld für Handys kassiert, die sie gar nicht besaß. Weil sie ihrem Berufungsprozess am Landgericht in Münster fern blieb, fällt das Urteil nun noch härter aus.

Die Frau ging in Berufung, die Staatsanwaltschaft auch. Zur Verhandlung am Landgericht erschien die Beschuldigte jetzt aber nicht. Nun muss die alleinerziehende Mutter voraussichtlich für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.


Der Grund für die deutlich höhere Strafe: Gegen die Ahauserin wurden bereits in anderen Verfahren Strafen zur Bewährung ausgesetzt. Diese Bewährungen dürften nun widerrufen werden, wie während der Verhandlung am Landgericht zu vernehmen war.

In sieben Fällen geprellt

Sieben Mal soll die Frau Handy-Interessenten geprellt haben, um das Geld für die Mobiltelefone zu bekommen. Keines der angebotenen Geräte wurde verschickt. „Es geschah jedes Mal nach nahezu demselben Muster“, sagte der Richter. Schon vor den Fällen war sie wegen der Masche angeklagt worden. Nach dem Urteil im Januar hat die Staatsanwaltschaft bereits wegen neuer mutmaßlicher Betrugsfälle mit Handy-Verkäufen Anklage erhoben.

Keinen Kontakt gehabt

Der Anwalt der Frau erklärte am Landgericht, dass er seine Mandantin „zwei Mal angeschrieben“ habe, um mit ihr die Verhandlung vorzubereiten. Er habe keine Antwort bekommen. Die Bewährungshelferin hatte den bisher letzten persönlichen Kontakt zur Angeklagten im Juni 2017.

Weil die Ahauserin nicht bei Gericht erschien, verwarf die Strafkammer ihre Berufung. Der Staatsanwalt wiederum zog die Berufung seiner Behörde zurück. Die Bewährungshelferin gab zu bedenken, dass sich von offizieller Stelle um die beiden kleinen Kinder gekümmert werden müsse, sobald der Haftantritt für die Mutter anstehe.

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