Sonntag, 18. August 2019

Bei einem verpassten Anruf zurückrufen – das ist für viele selbstverständlich. Bei sogenannten Ping-Anrufen könnte das jedoch teuer werden. So könnt ihr euch vor der miesen Abzocke schützen.

Für ein paar Sekunden ploppt der Anruf auf dem Display auf – zu kurz, um abzuheben. Wer dann höflich sein will und zurückruft, muss womöglich mit hohen Kosten rechnen.

Denn der kurze Anruf könnte ein sogenannter Ping-Anruf gewesen sein. Eine Masche, mit der Betrüger Handybesitzer um ihr Geld bringen.

So funktionieren die Ping-Anrufe

Das System dahinter: Mit wahllosen kurzen Anrufen wollen die Betrüger testen, ob die angerufene Nummer aktiv ist. Sie spekulieren darauf, dass ihre Opfer bei einem verpassten Anruf aus Höflichkeit zurückrufen.

Dann wird’s jedoch teuer: Denn die unbekannte Nummer zurückzurufen, kann pro Minute mehrere Euro kosten – Geld, an dem die Betrüger mitverdienen. Das berichtet der Focus.

Wer einmal an der Strippe ist, wird dann mit Warteschleifen, Bandansagen oder sogar erotischen Inhalten hingehalten. Das Geld fließt jedoch weiter.

Schutz durch Bundesnetzagentur zurzeit inaktiv

Viele der Telefonnummern führen ins Ausland, zum Beispiel Tunesien (00216), auf die Seychellen (00248), die Elfenbeinküste (00225) oder Madagaskar (00261).

Eine Zeit lang schützte die Bundesnetzagentur – zumindest zum Teil – die Verbraucher vor den Ping-Anrufen. Denn wer bis Dezember 2018 ins Ausland telefonierte, wurde zu Beginn des Telefonats vor anfallenden Kosten gewarnt.

Seit Ende vergangenen Jahres ist diese Regelung jedoch ausgelaufen. Viele Netzbetreiber haben daraufhin die Preisansagen direkt abgeschaltet. Laut der Märkischen Allgemeinen Zeitung solle die Regelung erst wieder am 1. März zurückkommen.

Manche Nummern von Rechnung ausgenommen

Ganz auf sich allein gestellt sind Handybesitzer aber nicht: Denn für manche Telefonnummern hat die Behörde „Rechnungslegungs-, Inkasso- und Auszahlungsverbote“ ausgesprochen.

Soll heißen: Wer von diesen Nummern in die Kostenfalle gelockt wird, muss nichts zahlen. Denn die Netzbetreiber dürfen dafür keine Rechnung ausstellen. Auf der Webseite der Bundesnetzagentur finden Verbraucher Nummern, die für Ping-Anrufe bekannt sind.

Mit diesen Tipps könnt ihr euch schützen

  • unbekannte Nummern nicht sofort zurückrufen
  • die Nummern vor dem Rückruf googlen – so findet ihr heraus, ob es eine ausländische Nummer ist
  • in der Liste der Bundesnetzagentur könnt ihr prüfen, ob die Nummer für Ping-Anrufe bekannt und eventuell für Rechnungen gesperrt ist
  • Ping-Anrufe könnt ihr außerdem online bei der Bundesnetzagentur melden
  • bei einer Preisansage am Anfang solltet ihr sofort auflegen – der kostenpflichtige Anruf beginnt erst nach dem Signalton
  • verdächtige Nummern könnt ihr auf dem iPhone unter dem Pfad „Einstellungen > Telefon > Anrufe blockieren u. identifizieren“ sperren, bei Android findet ihr die Funktion in der Telefon-App
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