Mittwoch, 28. Juli 2021

Daniela aus Ottenstein will sich nach mehreren Schicksalsschlägen wieder ins Leben zurückkämpfen. Sie kann kaum laufen und wünscht sich einen Elektro Scooter – doch die sind teuer. Mit einem Flohmarkt ruft „Ahaus hilft“ zu einer Spendenaktion auf, um der leidgeprüften Frau zu helfen. 

Andrea Hessel organisiert den regelmäßig stattfindenden Flohmarkt auf dem Rathausplatz in Ahaus. Die nächste Ausgabe findet am Samstag (28. Juli) in der Zeit von 9 Uhr bis 15 Uhr statt. Ein großer Teil der Einnahmen soll als Spende an eine Familie gehen, die Hilfe bitter nötig hat. Der Flohmarkt läuft unter dem Motto: Wir machen Daniela mobil – Spendenaktion Elektroscooter. 

Im Frühling 2017 kam Daniela mit Rückenschmerzen ins Krankenhaus nach Ahaus. Doch die Situation besserte sich nicht. Sie wurde nach Münster verlegt. Dort stellten Ärzte die Diagnose „Darmriss“ fest. Giftstoffe gelangten in ihrem Körper. Daniela bekam eine Blutvergiftung und kämpfte mit ihrem Leben. Die 38-Jährige musste insgesamt 13 Operationen, ein dreitägiges Koma und diverse Intensivstationen über sich ergehen lassen. „Ich wog 111 Kilogramm – jetzt bin ich ungefähr bei 66 Kilogramm“, sagt Daniela. Zudem muss sie dreimal in der Woche für mehrere Stunden an die Dialyse.

Der nächste Schicksalsschlag ließ nicht lange auf sich warten

Seit dem Krankenhausaufenthalt hat sich ihre gesundheitliche Situation zwar stabilisiert, aber nicht verbessert. Daniela kann kaum laufen und kann sich nicht um Haushalt und ihre Kinder kümmern. Der nächste Schicksalsschlag ließ nicht lange auf sich warten.

Daniela wohnt zusammen mit ihrem Mann Udo und ihrer neunjährigen Tochter Joyce in Ottenstein. Doch ihr Sohn Julien (11) musste ins Heim. Das ist der dramatischen Situation geschuldet, in der sich die Familie befindet. „Julien hat ADHS und ich war nicht mehr in er Lage, die Situation zu regeln“, sagt Daniela. Ihr Mann arbeitet Vollzeit als Dekorateur.

Nicht zum ersten Mal startet die Aktion „Ahaus hilft“

Für Flohmarkt-Organisatorin Andrea Hessel ist es nicht das erste Mal, dass sie jemanden unter die Arme greift. „Wir haben schon für Flutopfer in Ostdeutschland, für Tafeln und Kindertagesstätten gesammelt“, sagt Hessel. Schon im vergangenen Jahr hatte Hessel einen kleineren Geldbetrag an Danielas Mann übergeben. Der fuhr über mehrere Wochen jeden Tag von Ahaus nach Münster ins Krankenhaus, um seine Frau zu besuchen. Immerhin 120 Kilometer. Das ging ins Geld. Sie hofft nun, dass am Samstag ungefähr 1.500 Euro zusammen kommen. Denn ein Elektro Scooter würde um die 2.000 bis 2.500 Euro kosten.

„Der würde mein Leben sehr erleichtern. Aktuell ist es kein Zustand.“, sagt Daniela. Sie kann sich innerhalb der eigenen vier Wände zwar bewegen. Doch sobald die Entfernungen länger werden, ist es vorbei. Aktuell übernimmt ihre Tochter Joyce eine Verantwortung, die ein neunjähriges Mädchen eigentlich kaum stemmen kann. „Mein Mann arbeitet Vollzeit. Joyce schiebt mich im Rollstuhl. Mit einem Elektroscooter wären so viele Dinge einfacher“, sagte Daniela.

TÜV und Dialyse-Ärzte haben „Grünes Licht“ gegeben

Daniela musste extra zum TÜV. Der hat sein „Okay“ gegeben. Sie darf den Elektoscooter fahren. Auch die Ärzte von der Dialyse, wo Daniela dreimal die Woche hin muss, haben nichts gegen eine Fahrerlaubnis. So wartet die 38-jährige nur noch darauf, dass die Hausärztin ihre Zusage gibt. „Die sehe ich alle drei Monate – zur Dialyse muss ich dreimal in der Woche. Ich gehe davon aus, dass die Dialyse-Ärzte mich besser einschätzen können“, sagt Daniela.

In jedem Fall will sie nicht aufgeben und hat sich auch ein Ziel gesetzt. „Mit dem Elektroscooter könnte ich zumindest meine Tochter Joyce wieder zum Schwimmsport bringen und endlich wieder einkaufen gehen“, sagt Daniela.

So könnt ihr für Daniela spenden

Andrea Hessel
IBAN: DE 43 4015 4530 0044 1196 34
Verwendungszweck: Wir machen Daniela mobil – Ahaus hilft

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