Dienstag, 23. Oktober 2018

Die Schutzmauer um das Brennelemente-Zwischenlager wächst. Zehn Meter in die Tiefe, zehn Meter in die Höhe, 500 Meter lang, einen Meter dick. Die Ausmaße der Betonschutzmauer um das Brennelemente-Zwischenlager (BZA) sind gewaltig. Doch diese Maßnahmen seien nötig, sagt die Betreibergesellschaft.

Michael Rys (Projektleiter Schutzwand) und Klaus Sparr (Bauüberwacher) sehen tagtäglich das Bauwerk wachsen. „Das passt schon. Die Arbeiten kommen gut voran“, sagt Michael Rys beim Gang über die Baustelle. 5000 Kubikmeter Beton fließen in die Wand, 2500 Kubikmeter in das Fundament. Letzteres ist bis auf wenige Meter fertig.


Die Mauer wird in jeweils 50 Meter langen Segmenten gegossen. „Herbst 2019“, antwortet Michael Rys auf die Frage, wann die Schutzmauer fertig ist. Seit dem Frühjahr 2017 laufen die Arbeiten. Die Mauer dient als Schutz vor terroristischen Angriffen und soll ein gewaltsames Eindringen ins Zwischenlager erschweren.

„Keine aktuellen Bedrohungen“

„Das machen wir nicht, weil eine aktuelle Bedrohung vorliegt, sondern weil sich die Sicherheitslage insgesamt verändert hat“, hatte Burghard Rosen, Pressesprecher der Betreibergesellschaft, bereits beim Beginn des Bauarbeiten im April 2017 erklärt.

Außerdem widersprach er damals Gerüchten, die Mauer sei der erste Schritt, um Ahaus als Endlager für Atommüll in Stellung zu bringen. „Das hat damit nichts zu tun. Es geht rein um Anlagensicherung.“ Solche Schutzmauern würden derzeit um alle Atommüll-Zwischenlager in Deutschland gezogen. Die Kosten werden in Ahaus im siebenstelligen Bereich liegen.

Auslöser des Mauerbaus war der 11. September 2001. Gezielte Flugzeugabstürze zeigten ein neues Gefährdungspotenzial. Neue Formen des Terrorismus‘ kamen hinzu. Die Schutzmauer soll als zusätzliche Barriere ein gewaltsames Eindringen ins Lager erschweren und der Polizei mehr Zeit zum Eingreifen geben. Bis die Mauer ihre Funktion vollständig erfüllen kann, dauert es noch drei Jahre. „Wir arbeiten bis dahin mit mehr Überwachungs- und Sicherheitstechnik“, erklärt Rosen. Als „temporäre Maßnahmen“ sind zwei Fahrzeuge auf dem Gelände im Einsatz, das Sicherheitspersonal wurde aufgestockt.

Christian Bödding

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