Donnerstag, 13. Dezember 2018

Die Zahlen von Fällen des sexuellen Missbrauchs und von Misshandlungen von Kindern in NRW sind 2018 deutlich angestiegen. Dies teilte NRW-Innenminister Reul mit.

2803 Fälle sexuellen Missbrauchs und 703 Fälle von Misshandlungen von Kindern. So lauteten die Zahlen für Missbrauchsdelikte des vergangenen Jahres in NRW. Diese hat NRW-Innenminister Herbert Reul am Donnerstag auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Fraktion im Landtag verkündet.


2016 lagen diese noch bei 2.679 und 660 Fällen von Missbrauch und Misshandlungen. Im Vergleich zum letzten Jahr ist also ein deutlicher Anstieg erkennbar.

Zahlen mit Vorsicht betrachten

Die Zahlen beziehen sich jedoch nur auf die Fälle, die bei der Polizei zur Anzeige kamen. Die Dunkelziffer in diesem Bereich sei deutlich höher. Die Zahlen sind aus diesem Grund mit Vorsicht zu sehen.

Den Grund für den deutlichen Anstieg der Fälle sieht er nicht darin, dass es schlichtweg mehr Taten gibt. Viel mehr habe es seit den Fällen wie der Silvesternacht in Köln und auch seit Aufdeckung von Kindesmissbrauchsfällen in der katholischen Kirche, eine „Sensibilisierung der Bevölkerung“ gegeben. Das zeige sich auch in einem veränderten Anzeigeverhalten. Sexualdelikte würden heutzutage eher gemeldet.

Missbrauchs- und Misshandlungsdelikte oft Beziehungstaten

Der Grund für die hohe Anzahl von Dunkelziffern im Bereich des Missbrauchs und Misshandlungen hänge damit zusammen, dass diese Delikte oft im familiären Bereich stattfänden. Die Opfer-Täter-Beziehung sei daher sehr eng und die Schwelle, solche Fälle tatsächlich zu melden, hoch.

von Annika Scholz

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