Montag, 22. Juli 2019

Nächstes Jahr sollen besonders gefährliche Brennelemente aus Garching ins Zwischenlager in Ahaus kommen. Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ will nicht tatenlos zusehen. Sie plant eine „Ahauser Erklärung“, nimmt an einer Atommüll-Konferenz teil und setzt die Sonntagsspaziergänge fort.

Immer wieder kommt Atommüll aus verschiedenen Reaktoren ins Zwischenlager nach Ahaus. Aber dieses Mal ist die Lieferung laut Hartmut Liebermann, Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“, besonders problematisch.

Die Brennelemente kommen aus dem Forschungsreaktor in Garching bei München. Und sie sind laut Liebermann gefährlicher als alle anderen Brennelemente im Zwischenlager in Ahaus. Denn sie sind besonders hoch angereichert. „Damit sind sie bombenfähiges Material“, sagt der Sprecher der Bürgerinitiative.

Dadurch wiederum seien die Brennelemente interessant für Terroristen. Sie könnten damit Bomben für einen Anschlag bauen. Die Anlage und auch der Transport müssten daher besonders geschützt werden.

„Ahauser Erklärung“

Für die nächste Zeit hat die Bürgerinitiative Ahaus einige Aktionen gegen die Atomtransporte geplant. „Die Vorbereitung einer Unterschriftenliste befindet sich in den letzten Zügen“, sagt Liebermann. Sie werde „Ahauser Erklärung“ heißen.

Mit ihrer Unterschrift sollen sich die Bürger gegen die Atomtransporte aus Garching und Jülich aussprechen. Die Bürgerinitiative will die Liste über Vereine, Verbände und Parteien verbreiten, auf der Straße und voraussichtlich auch im Internet Unterschriften sammeln. In wenigen Wochen soll es losgehen.

Atommüll-Konferenz

Im September findet außerdem die nächste bundesweite Atommüll-Konferenz statt, zu der sich Vertreter von „Kein Atommüll in Ahaus“ mit anderen Bürgerinitiativen und Umweltverbänden in Göttingen treffen.

„Dieses Mal ist geplant, ein Papier zu verabschieden, das schon länger in Arbeit ist“, sagt Liebermann. Es gehe um das Problem, dass es keine Perspektive für den Atommüll gebe. Das Zwischenlager in Ahaus sei bis 2036 genehmigt, andere Lager in Deutschland teilweise bis in die 2040er Jahre. Aber das Endlager werde wahrscheinlich erst Jahrzehnte später fertiggestellt.

„Es geht nicht, dass Zwischenlager wie in Ahaus dann einfach länger genutzt werden“, sagt der Sprecher der Bürgerinitiative. Des Weiteren wollen die Teilnehmer auf der Konferenz Kundgebungen und Demonstrationen planen.

Sonntagsspaziergänge

Nach der Sommerpause wird die Bürgerinitiative im September wieder ihre Kundgebungen namens Sonntagsspaziergänge fortsetzen, die immer am dritten Sonntag im Monat stattfinden. Der nächste Termin ist am 16. September am Mahner in der Ahauser Innenstadt.

Mit all diesen Aktionen will die Bürgerinitiative vor allem auf das Thema Atomtransporte aufmerksam machen und ein Zeichen setzen. „Wir wollen, dass das Thema wieder mehr in der Ahauser Öffentlichkeit diskutiert wird“, sagt Liebermann.

Die Bürgerinitiative will ihre Position nach außen tragen. Ein Schwerpunkt ist für sie auch Kritik an der Bundesumweltministerin Svenja Schulze. „Obwohl sie aus Münster kommt, befasst sie sich mit den Problemen nicht mit der gebotenen Ernsthaftigkeit“, kritisiert Liebermann.

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