Montag, 25. März 2019

Zusammen mit dem Netzwerk „online-Update“ hat der Fachbereich Kinder- und Jugendförderung des Kreises Borken Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter und Fachkräfte aus der Jugendhilfe über die aktuellen digitalen Medien aufgeklärt und wie Jugendliche mit ihnen umgehen.

Smartphones haben nichts in der Schule verloren, viele Schüler verbringen ihre Nachmittage mit Schießen und Töten bei Fortnite, Eltern unterschätzen Influencer und mancher Chat verwandelt sich in einen Alptraum. Klare Aussagen, die bei der Fortbildung „Digital Na(t)ives – Auswirkungen digitaler Welten auf die Lebenswelt von Jugendlichen“ getroffen wurden.

Das macht das Smartphone mit Menschen

Zwei Tage lang tauschte sich der Fachbereich Kinder- und Jugendförderung mit den Fortbildungsteilnehmern unter anderem darüber aus, was das Smartphone mir uns Menschen macht.

Professor Dr. Christian Montag von der Universität Ulm machte mit Ergebnissen aus der Forschung klar: „Die kleinen Alltagsbegleiter ziehen den Menschen oft stärker in ihren Bann, als es gut für ihn ist. Die treibenden Faktoren haben Namen: Whatsapp und Facebook.“

„Dass wir ihnen unsere Aufmerksamkeit schenken, sei kein Zufall: Apps „schubsen“ den Nutzer in ihre Richtung – zwei blaue Haken hinter einem Whatts-App-Post reichen da oft schon, um Druck aufzubauen: Warum kommt denn keine Reaktion? Die ständige Verfügbarkeit fördere eine regelrechte Sucht, online zu gehen“, so der Psychologe weiter.

Immer neue digitale Medien

Deshalb appelierte Montag deutlich: „Smartphones haben im Schulunterricht nichts verloren!“ Schon das Handy auf dem Tisch reiche, um den Arbeitsfluss nach wenigen Minuten zu unterbrechen.

Was die Zukunft parat hält, darüber klärte Florian Beutemüller von der Landesanstalt für Medien NRW auf. „Virtuelle Realitäten durchdringen die Wirklichkeit in zunehmenden Maß – nicht nur in Spielen wie ‚Pokemon Go‘, das in kürzester Zeit einen weltweiten Hype auslöste und öffentliche Plätze in digitale Spielarenen verwandelte.

Über das Netzwerk „online-Update“

Seit inzwischen zehn Jahren existiert im Kreis Borken das Netzwerk „Online-Update“. Zusammengefunden haben sich darin Vertreter der Kreispolizeibehörde Borken, des Kreises Borken, der Stadt Ahaus und mehrere Schulen. Ihr gemeinsames Ziel: Lehrkräfte und Fachleute mit Themen aus dem Bereich des Digitalen in Kontakt bringen, Gefahren für Kinder und Jugendliche aufzeigen und Ansätze zur Vorbeugung vermitteln.

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