Mittwoch, 21. Oktober 2020

Erst im vergangenen Jahr am 9. März haben mehr als 1.500 Menschen in Ahaus gegen die schleichende Umwandlung des Ahauser Atommüll-Zwischenlagers in ein Endloslager demonstriert. Über 11.500 Menschen haben die Ahauser Erklärung mit demselben Ziel unterschrieben.  

  • Bürgerinitiative will Atommüll-Transporte nach Ahaus stoppen. 
  • 2019 fand eine Demonstration zum Thema Atommüll in Ahaus statt. 
  • Bürgerinitiative droht mit gewaltfreiem zivilem Widerstand. 

Atommüll-Transporte nach Ahaus starten noch dieses Jahr 

Die Ahauser Bürgerinitiative möchte umgehend die Atommüll-Transporte nach Ahaus stoppen, heißt es in der Pressemitteilung am Montag (10. März). Schon im vergangenen Jahr, war bei der Demonstration der Verzicht auf geplante Castor-Transporte aus Garching eine wichtige Forderung.

Allerdings hatte das bisher keine Konsequenzen. Im Gegenteil: Die Technische Universität München möchte die ausgedienten Brennelemente aus dem Forschungsreaktor in Garching schnellstmöglich nach Ahaus bewegen. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Atommüll-Transporte kommen.  
 

Die Bürgerinitiative hält den Atommüll-Transport für inakzeptabel 
 

Die Bürgerinitiative hält das für inakzeptabel und möchte dagegen vorgehen. Sie möchte alle zuständigen Behörden und Bürger daran erinnern, welche Nachteile der Atommüll mit sich bringt 

  • Die Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz Technische Universität München (FRM II)  arbeitet mit hochangereichertem und damit waffenfähigen Uran. Selbst die ausgedienten Brennelemente haben noch einen Anreicherungsgrad von ca. 88%. Die Betreiber erhielten in der Betriebsgenehmigung von 2003 die Auflage, den Reaktor spätestens bis Ende 2010 auf niedrig angereicherten Brennstoff umzurüsten. Dies ist nicht geschehen. Darauf wurde die Frist noch einmal bis Ende 2018 verlängert. 
  • Der Betrieb des FRM II ist damit spätestens seit Ende 2018 illegal. Die bayerischen Aufsichtsbehörden haben ihn dennoch bis heute stillschweigend geduldet.  
  • Das Atommüll-Lager Ahaus konzipiert und genehmigt für Atommüll aus Anlagen, die mit niedrig angereichertem Material für die zivile Nutzung arbeiten. Dabei war von hochangereichertem Material niemals die Rede. 
  • Mit der Einlagerung hochangereicherten Atommülls würde Ahaus zu einem interessanten Ziel für Terroranschläge aller Art. Dafür ist das Lager sicherungstechnisch nicht ausgelegt. 

Die Bürgerinitiative Ahaus diskutiert in der Ahauser Fußgängerzone über Atommüll-Transport 

Die Bürgerinitiative Ahaus sagt, es sei nun an der Zeit, dass sich die Menschen in Ahaus und Umgebung gegen den Atommüll wehren. Wenn die zuständigen Behörden sich über die offenkundigen, rechtlichen und sachlichen Vorbehalte hinwegsetzen und die Transporte aus Garching nach Ahaus genehmigen, müssen sie mit gewaltfreiem zivilem Widerstand der Bürger rechnen.  

Die Bürgerinitiative wird am kommenden Samstag (14. März) von 10 bis 13 Uhr mit einem Info-Stand in der Ahauser Fußgängerzone stehen. Dort könnt ihr nach Gelegenheit Gespräche über das Thema führen.

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