Mittwoch, 23. Oktober 2019

In Ahaus kann man ab heute auf einem Pfad entlang der Geschichte wandeln: Edelstahltafeln informieren und erinnern an die ersten großen Betriebe der Stadt – aber auch an dunkle Zeiten.

  • Ahaus wird um ein kulturell-historisches Angebot bereichert.
  • Ein Industriepfad entlang der Aa erinnert an die ersten Betriebe der Stadt
  • Der Pfad führt von der Hovesaat bis zur van-Delden-Straße in Ahaus.

Ahaus: Eine industrielle Hochburg im 19. Jahrhundert

In der Frühzeit der Industrialisierung erlebte Ahaus einen regelrechten Aufschwung. Neben den beständigen kleinen Handwerksbetrieben siedelten sich viele industrielle Großbetriebe an – und die Wirtschaft rund um Ahaus boomte.

Grund dafür war wohl die Lage von Ahaus mit seiner Nähe zu den Niederlanden, worüber alle Handelswege gingen. So ließen sich in der Stadt im Münsterland zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter anderem die Tabakfabrik Oldenkott im Schloss, die Schuhfabrik Dües, die Westfälische Jutespinnerei oder die Weberei van Delden an.

Industrielle Geschichte prägt Ahaus bis heute

Heute existiert keine der Firmen mehr, doch sie prägten einst das Stadtbild so sehr, sodass sie fest im kollektiven Gedächtnis von Ahaus verankert sind – und der ein oder andere der älteren Generation noch etwas darüber erzählen kann.

Der Industriepfad soll nun an die historische Vergangenheit von Ahaus erinnern. Besucher können auf dem Weg entlang der Aa von der der Hovesaat bis zur van-Delden-Straße spazieren – auf Edelstahltafeln erhalten sie dann die entsprechenden Informationen und Hintergründe über das industrielle Erbe.

Doch die Tafeln sollen nicht nur an die Unternehmen erinnern, sondern auch an die vielen Arbeiter, die aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands und aus den Niederlanden nach Ahaus kamen. Viele von ihnen fanden hier nicht einfach nur eine Arbeit, sondern auch eine neue Heimat.

Industriepfad in Ahaus erinnert auch an dunkle Zeiten

Auch der zweite Weltkrieg und der Nationalsozialismus ging nicht spurlos an Ahaus vorbei: Hisotrische Dokumente belegen, dass zwischen 1942 und 1945 rund 3000 Zwangsarbeiter nach Ahaus gebracht. Sie wurden hier in Lagern untergebracht und zur Arbeit in der Industrie gezwungen.

Der Industriepfad ist nicht die erste kulturelle Route, die in Ahaus begangen werden kann. Seit einigen Jahren gibt es bereits eine „Kunstroute“. Sie verbindet Kunstwerke der Gemeinden Diepenheim und Haaksbergen auf niederländischer und Schöppingen und Ahaus auf deutscher Seite.

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