Montag, 25. März 2019

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Die Papiersack GmbH & Co. KG in Ahaus steht vor der Pleite. Die Verantwortlichen haben am Dienstag beim zuständigen Amtsgericht Münster Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahren wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt.

„Die Mitarbeiter sind am Dienstag informiert worden“, sagte am Mittwoch auf MLZ-Anfrage Holger Voskuhl. Der Kommunikationsberater aus Köln begleitet bundesweit Firmen durch Krisenphasen. Der Antrag sei nach Unternehmensangaben notwendig geworden, da die Papiersack GmbH seit längerer Zeit Verluste schreibe. Für die 40 Mitarbeiter glich die Meldung einer Hiobsbotschaft. Die Muttergesellschaft von Papiersack ist die SVD Verpackungen, die von dem Antrag jedoch jedoch betroffen ist.

Supermärkte als neue Konkurrenz

„Die Verantwortlichen nannten als Gründe unter anderem den intensiven Wettbewerbsdruck durch Unternehmen, die im Ausland kostengünstiger produzieren. Aufgrund der Rohstoffverknappung im Papiermarkt und den damit deutlich gestiegenen Papierpreisen für Unternehmen, die den Rohstoff Papier am Markt einkaufen müssen, da sie ihn nicht selber produzieren, ist eine zeit- und marktgerechte Produktion nicht zu gewährleisten“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Auf Anfrage verdeutlichte Holger Voskuhl einen Grund für die Rohstoffverknappung: „Große Einzelhandelsketten wie Lidl setzen weniger auf Plastiktüten, sondern mehr auf Papiertüten.“ Die Löhne und Gehälter sollen nun erst einmal für drei Monate gesichert werden. Der Geschäftsbetrieb läuft aktuell weiter.

Negativ-Trend

In der Mitteilung heißt es außerdem, dass die Unternehmensführung seit Jahren versucht habe, den Negativ-Trend zu stoppen und beispielsweise Mieten neu verhandelte, um Kosten zu senken. Zudem sei in die Weiterbildung von Beschäftigten investiert worden, um effizienter produzieren zu können. Es sei jedoch nicht gelungen, die Kosten nachhaltig zu senken und wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen.

Die Papiersack GmbH & Co. KG ist Verpackungsexperte für Schüttgüter wie Baustoffe, Ernährungsgüter und Chemikalien und beliefert primär den deutschen Markt. Das Verpackungsmaterial besteht aus recycelbarem Kraftsackpapier. Das Unternehmen erwirtschaftete mit etwa 40 Beschäftigten zuletzt einen Jahresumsatz von sechs Millionen Euro. Die Papiersack GmbH hat ihren Sitz an der Kruppstraße.

SVD-Verpackungen wurde 1949 als van Delden & Sessbrügger Papiersackfabrik gegründet.

Das Unternehmen war im Jahr 2007 vom alten Standort an der van-Delden-Straße in Ahaus an die Kruppstraße gezogen.

Die betroffene Papiersack GmbH & Co. KG ist ein Tochterunternehmen.

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