Samstag, 20. April 2019

In NRW fehlen laut Schulministerium 1100 Grundschullehrer. Jede dritte Stelle ist im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands unbesetzt. Doch in Ahaus scheint der Mangel kein Thema zu sein.

Grundschullehrer werden ist ein langer Weg. Erst kommt das Abitur, dann der Bachelor, der Master und schließlich das Referendariat. Bis man als Wissensbringer für die Kleinsten vor der Tafel steht, vergehen Jahre.

Offenbar ist der Weg vielen zu steinig, denn immer mehr Grundschullehrer fehlen in Nordrhein-Westfalen. Wie
NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer der Rheinischen Post mitteilte, waren Ende des vergangenen Jahres noch 1100 Stellen offen.

In Ahaus klagt man nicht

„Im Moment sind wir nicht so schlimm unterbesetzt, dass wir klagen können“, teilte Oda Voerste, Rektorin der Aabachschule, der Münsterlandzeitung auf Nachfrage mit. Und offenbar geht es anderen Grundschulen in Ahaus genauso.

Und das obwohl von 435 zu besetzenden Stellen aktuell nur 257 besetzt sind. Das entspricht einer Besetzungsquote von gerade mal 59 Prozent. Rosiger sieht es hingegen bei den Gymnasien aus. Von den 187 zur Verfügung stehenden Stellen sind momentan alle besetzt.

Der Grund für die 100 prozentige Besetzungsquote an Gymnasien mag an der besseren Bezahlung liegen. Grundschullehrer verdienen in Nordrhein-Westfalen im Schnitt rund 700 Euro weniger als ihre Kollegen an den Gymnasien.

Bei Krankheit fehlt die Planungssicherheit

Auch wenn der Lehrermangel an der Aabachschule kein generelles Problem ist, kann es zu einem temporären werden. Zum Beispiel bei Krankheitsfällen fehle die Planungssicherheit.

„Wenn eine Lehrkraft erkrankt und eine weitere auf Fortbildung oder auch krank ist, dann wird das schon schwierig. Eventuell muss dann Unterricht ausfallen“, teilte Voerste der Münsterlandzeitung weiter mit.

Eine andere Sorge

Etwas, das die Grundschulen in Ahaus mehr Sorgen bereitet als der Lehrermangel, ist die Situation, dass Lehrer abgeordnet werden könnten.

„Vor einem Jahr war die Sorge da, dass eine Lehrkraft abgeordnet wird. Dann wäre es knapp geworden“, berichtete Tim Boneko, stellvertretender Schulleiter der Pestalozzischule der Münsterlandzeitung.

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