Dienstag, 23. Oktober 2018

Die Stadt hat kürzlich über 800 Hundehalter aus Ahaus angeschrieben. Der Grund dafür: Sie möchte alles über die Vierbeiner wissen. Welche Fellfarbe sie haben, wie viel sie wiegen und ob sie überhaupt noch leben oder mittlerweile eingeschläfert worden sind.

Wie schwer ist denn überhaupt mein Hund? Ihr könnt diese Frage nicht beantworten? Dann hättet ihr vermutlich ein Problem. Denn das und noch viele weitere Informationen möchte die Stadt Ahaus momentan von 847 Hundehaltern wissen. Genauer gesagt: Von Besitzern, die besonders alte Vierbeiner zu Hause haben. Gegenüber der Münsterland Zeitung hat Marc Frieler aus dem Büro der Bürgermeisterin mitgeteilt: „Es wurden alle Hundehalter angeschrieben, deren Hund im Datenbestand erfasst ist und vor dem 1. Januar 2005 geboren worden ist.“


Das Schreiben trägt den Titel „Hundebestandsüberprüfung für Tiere älter als 13 Jahre“. Darin enthalten sind Hinweise zur Auskunftspflicht, Fragen zum Tier und ein Formular zur Hundesteuerpflicht. Offenbar zu viel des Guten, denn eine Hundehalterin aus Ahaus findet das Ganze gar nicht gut.

„Ich bin doch keine Expertin in Sachen Hundezucht!“

Die Briefe wurden von der Stadtverwaltung, genauer aus dem Fachbereich Finanzen, verschickt und fordern einige Informationen ein. „Ich soll zum Beispiel ankreuzen, ob mein Hund gestorben ist, eingeschläfert wurde oder ob ich ihn abgegeben habe“, hat eine ältere Dame gegenüber der Münsterland Zeitung verraten. Sie hat ein Schreiben wegen eines Terriers bekommen, der bereits 2001 geboren wurde, aber mittlerweile schon tot ist. Da sich die Frau aber direkt wieder einen neuen Terrier zugelegt hat, hat sich die Frage erledigt.

Anders sieht es bei den anderen Fragen in dem Schreiben aus. So möchte der Fachbereich Finanzen wissen, wie hoch der Hund ist oder um welche Rasse es sich handelt. Vor allem letzteres ist für die Ahauserin ein Problem, da es sich bei ihrem Hund um einen Mischling handelt. Sie ist sich nicht sicher, erkennt aber ein bisschen Dackel und ein bisschen Schäferhund. „Ich bin doch keine Expertin in Sachen Hundezucht!“, sagt sie dazu.

Bei Ignoranz drohen Bußgelder

Bei dem Schreiben versteht die Hundehalterin die Welt nicht mehr. Warum so viel Aufwand betreiben? Gegenüber der Münsterland Zeitung betont sie, dass sie regelmäßig die Hundesteuer zahle und nicht verstehen könne, wieso die Stadt so viel wissen will. „Das kann der Stadt doch egal sein“, so die Besitzerin. Aktuell will sie ihren Hund nicht wiegen lassen und die restlichen Angaben kann sie auf Grund von Unwissenheit nicht machen. Sie will jetzt erstmal abwarten, was passiert, wenn sie schweigt.

Marc Frieler hat darauf eine Antwort. Der Münsterland Zeitung teilte er mit, dass die Hundebesitzer innerhalb von vier Wochen ihrer Mitwirkungs- und Auskunftspflicht nachkommen müssen. Tun sie das nicht, drohen ihnen Bußgelder.

Die Stadt will seinen Bürger nicht hinterher schnüffeln

Bei der Frage, warum Rasse und Fellfarbe so wichtig sind, sorgt Frieler ebenfalls für Aufklärung. Es geht darum, den Hund – nachdem dieser möglicherweise verstorben ist – besser zuordnen zu können. Viele Hundebesitzer würden demnach bei Abmeldung der Hundesteuer kein Kassenzeichen angeben. So können die Tiere ihrem Besitzer nicht zugeordnet werden.

Die Stadt – so betont es Frieler – möchte seinen Bürgern nicht hinterher schnüffeln. Viel mehr ginge es bei der Befragung darum, dass Daten aktualisiert werden. So ist es unter anderem für die Verwaltung wichtig, ob nach einem Dackel zum Beispiel ein Rottweiler gehalten wird. Aber auch die Zahlung der Hundesteuern soll darüber geregelt werden. So gibt es Ahauser, die für Hunde zahlen, die sie gar nicht besitzen. Das soll künftig vermieden werden.

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