Freitag, 20. Juli 2018

Drei Jahre nach dem Beschluss ist es so weit. Gleich mehrere Ahauser Spielplätze werden in den nächsten Tagen den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs zum Opfer fallen. Einer der betroffenen Spielplätze liegt an der Tückingstraße – unweit der Aabachschule. Hier zeigen sich betroffene Anwohner vom Vorgehen der Stadt enttäuscht. 

Die Bagger schaufeln den Sand auf den Lieferwagen, ein Mitarbeiter des städtischen Bauhofs entfernt mit einer Flex das von der Natur gezeichnete Spielplatz-Schild. Nun ist es Gewissheit: Der Spielplatz an der Tückingstraße existiert nicht mehr. „Das ist wirklich schade, denn die Kinder haben immer gerne dort gespielt“, erklärt Michael Domjahn. Er wohnt direkt gegenüber vom Spielplatz und hat eine neunjährige Tochter.

Enttäuschung über Vorgehen der Stadt


Doch es ist nicht nur Trauer, die bei ihm mitschwingt, sondern auch Enttäuschung. Enttäuschung über das Vorgehen der Stadt. „Wir Anwohner wurden heute morgen alle überrascht. Plötzlich gab es einen Höllenlärm und ich sah durch das Fenster die anrückenden Bagger“, so Domjahn. Das sei besonders deshalb sehr ärgerlich, weil er bereits mehrfach das Gespräch mit Bürgermeisterin Karola Voß und dem städtischen Bauhof gesucht habe. „Sie haben mich immer vertröstet und mir gesagt, dass andere Spielplätze Priorität hätten.“

Nicht nur Michael Domjahn wurde von den morgendlichen Bauarbeiten überrascht. Auch seine Nachbarn wussten nichts vom Vorgehen der Stadt. Sie hätten sich gewünscht, dass wenigstens eine kurze Ankündigung zu den Bauarbeiten verschickt worden wäre. „Wir würden generell begrüßen, dass wir nicht immer nur auf Nachfrage etwas über den aktuellen Stand erfahren“, so Domjahn.

Stadt erklärt spontane Baumaßnahmen

Pressesprecherin Anna Reehuis räumte auf Ahaus.jetzt-Nachfrage ein, dass es sich um eine sehr spontane Aktion gehandelt habe: „Aufgrund der Auslastung der Unternehmen, wurde die Abrüstung der Spielplätze kurzfristig begonnen.“ In einer später veröffentlichten Pressemitteilung der Stadt Ahaus heißt es außerdem, dass es sich bei der Abrüstung der Spielplätze um diejenigen handle, die „aus Sicht der Kinder und Jugendlichen nicht mehr attraktiv genug sind oder sich zum Beispiel ein besser ausgestatteter Spielplatz in der Nachbarschaft befindet“. Letzteres ist auch beim Spielplatz an der Tückingstraße der Fall. Denn gleich zwei Spielplätze befinden sich in der Nähe. Die weiteren Spielplätze, die abgerüstet werden, befinden sich am Klopping, an der Ambrosiusstraße und am Spechtweg.

Im Rahmen der Spielraumplanung wurde 2015 eine Neustrukturierung der Spielplätze in Ahaus und den Ortsteilen beschlossen. Die „Leuchtturmspielplätze“ im Schlossgarten und im Freizeitgelände Ork (Westernstadt) wurden dabei als Magneten für Kinder und Jugendliche auserkoren. In Ahaus gibt es etwa 95 öffentliche Spielplätze und sechs nichtöffentliche auf Schulhöfen. Für die Instandhaltung und Wartung der Ahauser Spielplätze ist der städtische Baubetriebshof zuständig, ergänzend kümmern sich 23 Spielplatzpaten in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung um die Ahauser Spielplätze. Spielplatzpaten werden weiterhin gesucht, interessierte Bürgerinnen und Bürger, die dieses Ehrenamt übernehmen möchten, können sich beim Fachbereich Jugend der Stadt Ahaus melden.

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