Freitag, 20. Juli 2018

Ein fieser Pilz ist gerade dabei, die Esche rund um Ahaus zu gefährden. Die Baumart ist eine der häufigsten in NRW und akut bedroht. Doch selbst wenn die Lage dramatisch erscheint, gibt eine kleine Hoffnung!

Die Esche gibt es in ganz Europa. Vom Norden von Spanien bis in die Weiten Russlands und der Türkei. Der bis zu 40 Meter große Laubbaum gehört zu den deutschen Mischwäldern. In großen Teilen des Landes NRW ist der Baum heimisch. Seit einigen Jahren sorgt jedoch ein Pilz dafür, dass die Esche bald nicht mehr zum Standardrepertoire des Mischwaldes gehört.


Wie der WDR am Dienstag (3. Juli) berichtete, ist fast der gesamte Eschen-Bestand in NRW von diesem Pilz aus Asien befallen. Bis zu 90 Prozent der Eschen sollen schon erkrankt sein. Auch in Ahaus gab es seit einigen Jahren Probleme. Wie die Münsterlandzeitung schon 2016 und 2017 berichtete, sind die Wälder rund um Ahaus, aber auch in Stadtlohn und Vreden davon betroffen.

Bönen und Hamm haben ein großes Problem

Bei dem Pilz handelt es sich um das sogenannte „Falsche Weiße Stengelbecherchen“. Erste Anzeichen dieser Baumkrankheit gab es in den 90er Jahren in Polen und Skandinavien. Seit einigen Jahren ist er in Nordrhein-Westfalen angekommen. Aber wie kommt ein asiatischer Pilz nach Deutschland?

„Der Pilz ist aus Asien. Sicher ist es nicht. Es könnte aber sein, dass der Pilz über importierte Pflanzen auf den Transportwegen nach Deutschland und Europa gekommen ist“, sagt Friedrich Louen von Wald und Holz NRW gegenüber Ahaus.jetzt.

Das Problem ist, dass die heimischen Bäume gegenüber Krankheiten aus anderen Kontinenten keine Schutzmechanismen haben. Die Situation scheint dramatisch. Doch Hoffnung gibt es „Einige Bäume scheinen resistent zu sein“, sagt Louen. Die Förster in NRW versuchen gerade die Lage zu sondieren und mit einer Software, die gesunden Eschen zu kategorisieren.

NRW ist komplett befallen

„Es ist ein flächendeckend in ganz Deutschland auftretendes Problem“, sagt Louen gegenüber der Redaktion. Das Schlimme daran sei auch, dass die Esche sogar an idealen Standorten – feuchter, tiefgründiger und nährstoffreicher Boden – befallen wird. „Eine Prognose, wie das ganze Ausgehen wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht abgeben“, sagt Louen.

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