Donnerstag, 16. August 2018

Die Polizei im Kreis Borken bekommt 13 zusätzliche Mitarbeiter. Das hat NRW-Innenminister Herbert Reul jetzt angekündigt. Außerdem soll sich künftig die Art und Weise ändern, welche Delikte in die Kriminalstatistik einfließen.

Die schwarz-gelbe Landesregierung setzt Teile ihrer Versprechungen um und stockt die Zahl der Polizisten in NRW auf. In der sogenannten „belastungsbezogenen Kräfteverteilung“ wurde die Zahl der jeweiligen neuen Stellen für ganz NRW festgelegt. Der Kreis Borken soll 13 neue Stellen für sogenannte „Regierungsbeschäftigte“ erhalten. Im Polizeidienst sollen sie die Polizisten künftig effektiv von Verwaltungsaufgaben entlasten.


Ziel der vermehrten Einstellung von Regierungsbeschäftigten ist laut Innenministerium die Stärkung der inneren Sicherheit. „Unsere Polizisten sollen sich auf das Wesentliche konzentrieren können: Die Sicherheit der Menschen in unserem Land“, so Innenminister Herbert Reul. Das gelte für Streifenteams in Uniform und die Beamten in den Kommissariaten gleichermaßen. „Die Neubeschäftigten sollen in Bereichen eingesetzt werden, in denen Polizeivollzugsbeamte nicht zwingend notwendig sind“, so der Minister. Dazu gehöre etwa der Innendienst der Polizeiverwaltung. Verteilt werden die Stellen auf Grundlage des Straftaten- und Verkehrsunfallaufkommen.

Methode für Statistik ändert sich

Nicht nur die Zahl der Verwaltungsbeamten ist in Zukunft neu, sondern auch die Art und Weise, welche Kriminaldelikte in die Statistik einfließen. So sollen zum Beispiel Bagatelldelikte wie Schwarzfahren oder leichte Verkehrsunfälle nicht mehr in mit ins Straftaten-Aufkommen gerechnet werden. Als Grund dafür heißt es in einer Stellungnahme des Innenministeriums, der „geringe Arbeitsaufwand und die fehlenden Einflussmöglichkeiten auf die Entwicklung dieser Fallzahlen“ würden die „teilweise erhebliche Personalzuweisungen“ nicht rechtfertigen.

„Bei der Verteilung des Personals auf die einzelnen Behörden will ich die tatsächliche Arbeitsbelastung und das Straftaten-Aufkommen vor Ort möglichst genau berücksichtigen“, sagte Reul gegenüber der WAZ. Deshalb wolle das Innenministerium verzerrende Effekte wie zum Beispiel ein hohes Aufkommen an Schwarzfahrern oder viele Verkehrsunfälle mit Blechschäden neu gewichten.

Straßenkriminalität und Verkehrsunfälle mit Personenschaden werden künftig dafür mit dem Faktor 1,5 in die Statistik eingerechnet.

ANZEIGE