Mittwoch, 15. August 2018

Nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums sollen 584 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall vom Abfalllager Gorleben nach Ahaus transportiert und hier zwischengelagert werden. Der Atommüll soll schon 2019 nach Ahaus kommen.

Grünen-Abgeordnete Miriam Staudte hatte mit ihrer Anfrage beim niedersächsischen Umweltministerium den Stein ins Rollen gebracht. Aus dem nun veröffentlichen Antwortschreiben des Ministeriums geht unter anderem hervor, dass 26 der insgesamt  1309 kontrollierten Fässer im Zwischenlager Gorleben Mängel aufweisen.


Zwar bestehe keine Gefahr, aber es solle bis spätestens März 2019 kein Fass mehr in Gorleben gelagert werden. Von den 1309 Fässer werden 725 aktuell von der Firma „GNS“ in Duisburg neu verpackt. Die noch in Gorleben verbliebenen 584 Fässer sollen noch im Jahr 2019 nach Ahaus kommen.

Empörung bei der Bürgerinitiative „Kein Atommüll für Ahaus“

„Das schlägt dem Fass den Boden aus“, kommentierte Felix Ruwe, Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“, die Situation gegenüber der Münsterland Zeitung. Die Zustände in Gorleben sind den Atomkraft-Gegnern schon lange ein Dorn im Auge. „Die Fässer sind in Gorleben verwahrlost und teilweise völlig verrostet“, so Ruwe weiter.

Das niedersächsische Umweltministerium, versichert hingegen, dass keinerlei Gefahr bestehe. In einer Pressemitteilung heißt es, dass die „Dichtheit aller Fässer – bei allen im Abfalllager Gorleben gelagerten Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen gegeben ist.“ Auch bei den 26 Fässern, bei denen Befunde festgestellt wurden, gebe es daher „keinen Anlass zur Besorgnis“.

Der Atommüll in den 1.309 Fässern stammt aus den Kernkraftwerken und der Forschung. Burghard Rosen, Sprecher des Ahauser Zwischenlagers, bestätigte gegenüber dem WDR, dass bereits ein erster Antrag für die 269 Fässer aus Gorleben bei der Bezirksregierung Münster eingegangen sei. Die Ablehnung des Antrags scheint nach aktuellem Stand der Dinge allerdings unwahrscheinlich.

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