Donnerstag, 16. August 2018

Der vierte Brand in Vreden hat für Aufruhr gesorgt. Neben Ermittlungen wegen Brandstiftung gab es zunächst die Androhung einer Strafanzeige durch die Tierschützer von Peta. Doch die ist jetzt vom Tisch.

Update, Montag, 6. August, 13:05 Uhr: Inzwischen hat Peta angekündigt, die die Strafanzeige gegen einen Köckelwicker Landwirt wegen mangelnder Brandschutzmaßnahmen im Kuhstall zurückzuziehen. „Bei vorsätzlicher Brandstiftung erstatten wir grundsätzlich keine Strafanzeige. Denn in diesem Fall kann der Landwirt ja nun wirklich nichts dafür“, sagte Dr. Edmund Haferbeck von Peta Deutschland der Münsterland Zeitung.


Erstmeldung:

Es war der vierte Brand innerhalb weniger Tage: Am 30. Juli 2018 loderten die Flammen in einem Kuhstall in Köckelwick. Die Polizei ermittelt mittlerweile sogar wegen Brandstiftung. Für den betroffenen Bauern geht der Alptraum noch weiter: Weil bei dem Brand sieben Rinder gestorben sind, hat die Tierschutzorganisation Peta jetzt Strafanzeige gestellt. Der Landwirt habe „durch unzureichende Brandschutzmaßnahmen möglicherweise in Kauf genommen, dass die Rinder qualvoll im Feuer ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen“, so Peta.

„Brandschutz bei Tierställen oft nicht ernstgenommen“

Die Einstellung von Peta ist eindeutig: „Jedes Tier, das bei einem Brand im Stall stirbt, wurde grob fahrlässig getötet“, so Dr. Edmund Haferbeck. Der Leiter der Rechtsabteilung der Organisation betont, dass der Brandschutz bei Tierställen oft nicht ernst genommen werde. „Wenn mehrere Dutzend Tiere in einem Stall eingesperrt sind, ist es schlicht unmöglich, sofort Hilfe zu leisten“, kritisiert Haferbeck.

Der Landwirt in Köckelwick hat neben einem hohen Sachschaden auch eine Strafanzeige am Hals. Foto: Feuerwehr Vreden

Außerdem sei laut der Organisation die Versorgung mit Löschwasser häufig kritisch. Die Folge: Zeitverzögerung bei der Rettung der Tiere. Ob das beim Brand in Köckelwick der Fall war, sei jedoch noch zu klären. Um Engpässe bei der Wasserversorgung zu verhindern, bittet die Feuerwehr die Landwirte, Güllefässer mit Wasser bereitzustellen.

Peta selbst war nicht vor Ort

Wie die Münsterland Zeitung berichtet war von Peta jedoch niemand vor Ort, um sich über die Brandschutzmaßnahmen zu informieren. Und das ist keine Seltenheit. Denn das Vorgehen der Organisation ist ein anderes: Bei Bränden beruft sie sich auf Presseberichte. Steht darin nichts von Brandschutzmaßnahmen, wird Strafanzeige gestellt. Laut dem münsterschen Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape sei dieses Vorgehen die Regel. Meistens verlaufen sich die Sachen jedoch im Sand, so Lechtape.

ANZEIGE