Mittwoch, 15. August 2018

Wer erinnert sich noch an seine Fahrradprüfung aus der Grundschulzeit? Stolz hielt man am Ende den Fahrradführerschein in der Hand. Handzeichen, Verkehrsschilder und weitere wichtige Verkehrsregelungen hat man dort gelernt. In NRW fallen nach Einschätzungen von Experten immer mehr Kinder durch diese Fahrradprüfung. Warum ist das so?

„Während vor zehn Jahren im Durchschnitt zwei Kinder pro Klasse nachgeschult werden mussten, sind es mittlerweile fünf bis zehn“, sagte der Direktor der Landesverkehrswacht NRW (LVW), Burkhard Nipper, in einem Interview mit der Rheinischen Post. Die Fahrradprüfungen finden in NRW in der dritten oder vierten Klasse statt und werden durch die Verkehrswacht unterstützt. Laut einem Sprecher der LVW liegt es an den motorischen Fähigkeiten der Kinder. Früher sei es üblich gewesen, dass man gemeinsam mit den Eltern das Fahrradfahren erlernt. Heutzutage verbringen viele Kinder ihre Zeit vor dem Smartphone oder Fernseher und weniger auf dem Rad, und das macht sich bemerkbar.

Studie der Verkehrswacht deckt Rückstände auf


Laut eine Studie der Verkehrswacht, die den Stand der Radfahrausbildung an Schulen und die motorischen Voraussetzungen bei Kindern untersucht, haben Kinder insbesondere in größeren Städten immer weniger Gelegenheit, ihr Fahrrad eigenständig zu nutzen. Es fehlen wichtige motorische Voraussetzungen und Erfahrungen, um sich mit dem Fahrrad sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Gerade das wird dann auf dem Weg zur Schule gefährlich. Hinzu kommt, dass sich verändert hat, wie Kinder am Straßenverkehr teilnehmen. Die selbstständige Mobilität hat abgenommen, mehr Kinder werden mit dem Auto gefahren. Vermutlich steigt deswegen die Durchfallquote der Fahrradprüfungen an.

Zahlen fehlen

Die Verkehrssicherheit von Kindern ist wichtig. Genaue Zahlen, wie viele Kinder tatsächlich durch die Fahrradprüfung fallen, halten die Landesverkehrswacht NRW und die Polizei nicht fest. Ein Appell richtet ein Sprecher der LVW allerdings an alle Eltern. Kinder sollen vor der Fahrradprüfung nicht unbeaufsichtigt mit dem Fahrrad fahren, weil es ihnen in dem Alter noch nicht möglich ist, gefährliche Verkehrssituationen sicher einzuschätzen. Auch zu Fuß ist es wichtig, nicht den schnellsten Schulweg, sondern den sichersten gemeinsam mit den Kindern abzugehen. Und das am Besten schon vor Schulbeginn.

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