Samstag, 18. August 2018

Die Fälle häufen sich. Cybermobbing und Sexting sind omnipräsente Themen an den Schulen – auch in Ahaus. Das hat einen Grund: Im heutigen Lebensalltag vieler Jugendlicher verliert der Unterschied von online und offline an Bedeutung. Dabei werden sie immer früher mit unterschiedlichen Formen der Sexualität konfrontiert und nutzen die digitale Welt auch zur Entdeckung der eigenen Sexualität.

Das Berufskolleg Canisiusstift sah nun Grund zum Handeln. Deshalb rief sie die Veranstaltung „Kinder- und Jugendschutz im digitalen Zeitalter“ ins Leben. Dabei wurden von den geladenen Experten die Methoden der Täter aufgedeckt – zum Beispiel Cybergrooming. Cybergrooming (vom Englischen: anbahnen, vorbereiten) bezeichnet das gezielte Ansprechen Minderjähriger über das Internet mit dem Ziel der Täter, sexuelle Kontakte anzubahnen. Zudem wird auch die klassische Form des Mobbings durch den Einsatz digitaler Medien beschleunigt und verstärkt. Natürlich bietet die Anonymität des Internets einen größeren Aktionsradius für die Zwecke von Tätern, erfuhren die Teilnehmer.


Grafik: obs/Computerhilfe der Telekom

Und: Der Reiz digitaler Medien erhöht sich für Jugendliche durch den Wissensvorsprung gegenüber Eltern und anderen Erwachsenen. Oft scheint Jugendlichen ein Gefühl dafür zu fehlen, welche sozialen Folgen ihr Medienhandeln haben kann.

Sexting als gefährlicher Trend

Auch über die Gefahren des sogenannten Sexting wurde gesprochen. Dabei handelt es sich um den Trend, der mittlerweile seit Jahren unter Jugendlichen verbreitet ist. Die Jugendlichen posieren dabei leicht bekleidet – oder gar nackt – vor ihrem Smartphone und verschicken diese freizügigen Bilder. Wenn diese Bilder einmal an den Falschen geraten, trifft ein Schneeballeffekt ein, der nicht mehr zu stoppen ist.

Jugendliche gehen dieses Risiko dennoch häufig ein, weil sie es als digitalen Liebesbeweis verstehen. Experten raten Eltern, ihren Kindern Sexting nicht zu verbieten. Jugendliche seien immer in der Lage einen Weg zu finden. Vielmehr solle man das Gespräch suchen und sie für den Umgang mit intimen Fotos sensibilisieren.

Die Telekom hat im vergangenen Jahr einen Aktionsplan für Opfer von Cybermobbing entwickelt und gibt folgenden Ratschlag:

Zunächst ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren, Beweise zu sichern und den Täter in den eigenen Kontakten zu blockieren. Der Seitenbetreiber sollte über den Vorfall informiert werden. Hilfreich ist es, sich beispielsweise bei anderen Betroffenen, Eltern und Lehrern Unterstützung zu suchen. Darüber hinaus können aber externe Berater, beispielsweise von der Computerhilfe Plus, eine wichtige Rolle spielen. Sie gehen aktiv gegen die weitere Verbreitung und Auffindbarkeit der diffamierenden Inhalte vor. Weitere Informationen unter: Tel. 0800 330 1473.

 

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